kanon|ieren

Österreich 2026
Ein Film von Karl Wratschko
Dauer: 2 Minuten 22 Skunden
Drehformat: 16mm
Vorführformat: 16mm & DCP, s/w, stumm

Der experimentelle Kurzfilm arbeitet mit einer Sequenz aus einem der kanonisiertesten Filme der Filmgeschichte, „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergei Michailowitsch Eisenstein. Eine 16mm-Vintage-Filmkopie dieses Klassikers wurde exakt hundert Jahre nach der Uraufführung des Films - mit maximal möglicher Unschärfe seitens des Filmprojektors - auf eine weiße Wand projiziert und dieses Bild wiederum mit einer 16mm Kamera - Fokus auf scharf – abgefilmt. Mit dieser Versuchsanordnung stellt „kanon|ieren“ einerseits die Frage, inwieweit die Innovationskraft und die ursprüngliche Bedeutung kanonisierter Filme für ein heutiges Publikum noch les- bzw. erfahrbar sind? Andererseits stellt der Film den filmhistorischen Kanon, seine Zusammensetzung und seine gegenwärtige Relevanz grundsätzlich in Frage: In welchem Maße muss der bestehende Kanon von Filmklassikern hinterfragt, aufgebrochen und erweitert werden? Nicht zuletzt wirft „kanon|iert“ Gedanken zum Entstehungsort der Filmsequenz auf. Odessa, die Stadt, in der Eisensteindas Material für diesen Film gedreht hat, befindet sich seit 2026 im vierten Kriegsjahr.


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